Reishi: Fruchtkörper oder Myzel — und warum der Prozentsatz davon abhängt
Bei Pilzen gibt es zwei verschiedene Rohstoffe unter einem Namen. Welcher verwendet wurde, verändert die Bedeutung eines Polysaccharid-Prozentsatzes.
1. September 2026
„Reishi“ auf einem Etikett kann zweierlei bedeuten. Der Pilz hat einen Fruchtkörper — das, was wir als Pilz erkennen — und ein Myzel, das Fadengeflecht, das im Substrat darunter wächst.
Die zwei Rohstoffe
Der Fruchtkörper wird geerntet, getrocknet und extrahiert. Das Myzel wird in kontrollierter Umgebung gezüchtet, meist auf einem Getreidesubstrat — Reis oder Hafer.
Myzel vom Substrat zu trennen ist aufwendig und teuer, daher findet sich Rohstoff, der samt Getreide hergestellt wurde. Der fertige Rohstoff enthält sowohl Pilzmaterial als auch Reststärke aus dem Getreide.
Warum das die Bedeutung des Prozentsatzes ändert
Hier der praktische Teil: Stärke ist ein Polysaccharid.
Ist ein Produkt allein auf „Polysaccharide“ standardisiert, zählt auch das Getreidesubstrat in diesen Prozentsatz hinein. Eine hohe Zahl kann also vom Hafer stammen und nicht vom Pilz.
Triterpenoide kommen in Getreide nicht vor. Eine Standardisierung auf beide Marker ist mit verbliebenem Substrat entsprechend schwerer zu erreichen.
Die Zahlen in SlimNight
SlimNight enthält 50 mg Reishi-Fruchtkörperextrakt (Ganoderma lucidum) pro Tagesdosis von 2 Kapseln. Er ist doppelt standardisiert: 10% Triterpenoide und 50% Polysaccharide.
Bei 50 mg sind das 5 mg Triterpenoide und 25 mg Polysaccharide.
Worauf auf dem Etikett zu achten ist
- der lateinische Name Ganoderma lucidum
- welcher Teil verwendet wurde — Fruchtkörper oder Myzel
- ob „auf Getreidesubstrat“, „mycelium on grain“ oder Ähnliches steht
- worauf der Extrakt standardisiert ist — nur Polysaccharide oder auch Triterpenoide
Fehlt die Angabe des Pflanzenteils, ist unklar, welchen der beiden Rohstoffe Sie gekauft haben.
Was das nicht sagt
Diese Unterschiede beschreiben einen Rohstoff und eine Messmethode. Sie sind keine Wirkungsaussage — Nahrungsergänzungsmittel heilen oder verhüten keine Krankheiten; sie ergänzen eine abwechslungsreiche Ernährung, ersetzen sie aber nicht.


